Wie funktioniert ein Weidezaun? – das System

Ein Weidezaun soll eine Grenze darstellen, die von Tieren als solche dauerhaft akzeptiert wird. Dabei spielt es keine Rolle, ob Tiere von einem Weidezaun eingegrenzt oder von umliegenden Gebieten ferngehalten werden. Damit der Zaun als Hindernis wahrgenommen wird, werden bevorzugt elektrische Weidezäune verwendet. Mithilfe von kurzen, ungefährlichen Stromimpulsen, die auf das Tier eine abschreckende Wirkung haben, lernen diese den Weidezaun als Barriere zu respektieren. Damit erhöht sich die Sicherheit auf einer Weide, während sich das Risiko eines Ausbruchs minimiert. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie ein Weidezaun funktioniert, warum er für Tiere ungefährlich ist und welche Merkmale er besitzen sollte.

Inhaltsverzeichnis:

  1. So funktioniert ein elektrischer Weidezaun
  2. Warum ist ein Weidezaun nicht gefährlich?
  3. Der ideale Weidezaun – Wie hoch ist er?
  4. Die Vorteile elektrischer Weidezäune

So funktioniert ein elektrischer Weidezaun

Generell unterscheiden wir bei Weidezäunen zwischen elektrischen Festzäunen und mobilen Elektrozäunen.
Beide Zaunarten funktionieren jedoch nach dem gleichen Prinzip:

Mithilfe einer hochwertigen Einzäunung wird eine Hütespannung erzeugt. Dazu wird der Weidezaun mit Drahtseilen oder -bändern versehen, die mit einem Weidezaungerät verbunden sind. Das Weidezaungerät erzeugt in regelmäßigem Takt ungefährliche Hochspannungsimpulse. Die Hütespannung sollte dabei mindestens 2000 Volt und höchstens 10.000 Volt betragen. Empfehlenswert ist eine minimale Spannung von 3000 Volt.

Eine korrekte Erdung ist für das Funktionieren des Elektrozauns enorm wichtig. Dass Tiere bei Kontakt des Weidezauns einen kurzen, harmlosen Stromschlag bekommen, hängt nicht allein damit zusammen, dass sie den Elektrozaun berühren. Erst durch den Kontakt zum Erdboden, also die Erdung, wird der zuvor offene Stromkreis geschlossen und die Stromimpulse fließen. Wird die Berührung mit dem Zaun unterbrochen, etwa weil das Tier zurückschreckt, unterbricht auch der Stromfluss augenblicklich. Die erdende Berührung sorgt folglich für den gefahrenfreien Weiterfluss der Hütespannung.

Der kurze elektrische Schlag, den die Tiere bei einer Berührung mit dem Weidezaun verspüren, führt zu keinerlei Verletzungen und ist tierschutzrechtlich vollkommen unbedenklich.

Je nach Zusammenstellung des Systems lässt sich ein Weidezaun individuell an Tierart und Landschaft anpassen. Dabei sind die einzelnen Festzaunprodukte wie das Elektrozaungerät, der Stahldraht, die Pfähle, Isolatoren und Weidetore für eine sichere und nachhaltige Zaunanlage von entscheidender Bedeutung.

Das Weidezaungerät

Das Weidezaungerät ist das Herzstück jedes guten elektrischen Weidezauns. Durch die abschreckende Wirkung der ansonsten ungefährlichen Stromimpulse werden die Tiere zuverlässig in einem abgegrenzten Bereich gehalten.

In regelmäßigen zeitlichen Abständen gibt das Elektrozaungerät Stromimpulse ab. Diese werden über ein Kabel an das Leitermaterial weitergeleitet. Dadurch ist der gesamte Weidezaun elektrisch geladen. Die Stromstöße werden in der Regel zwischen 1 und 1,3 Sekunden abgegeben. Der Stromimpuls selbst besitzt sogar nur eine Dauer von 0,1 bis 0,3 Tausendstel Sekunden.

Je nach der Bewuchsbelastung am Zaun, der Zaunlänge, der Stromquelle und der Tierart unterscheiden sich die Geräte in der Leistung. So führen beispielsweise Grashalme am Zaun zu Verlusten in der Spannung. Um das ungewollte Abfließen von Strom zu vermeiden, wird eine Spannung von mindestens 3 kV empfohlen. Nachwachsende Grashalme, die mit dem Zaun in Berührung kommen, werden bei dieser Spannung vernichtet. Damit der Strom wieder zum Gerät zurückgelangt, werden bei Netz- und Akkugeräten mindestens 2-3 Erdstäbe zur Erdung empfohlen.

Als Energiequelle beim Weidezaungerät dienen Akkumulatoren, die je nach Modell sogar selbstregulierend sind und von sich aus Störungen mitteilen können. Prinzipiell unterscheidet man bei den Elektrozaungeräten zwischen kabellosen Modellen und jenen mit einem Netzgerät für die Steckdose. Kabellose Weidezaungeräte gibt es mit Akku und/oder integrierter Solaranlage.

Das Leitermaterial

Je nachdem, welche Tierart von einem Weidezaun eingezäunt werden soll, unterscheidet sich die Art des Leitermaterials. Egal welche Form von Leitern verwendet wird, ob nun Draht, Seil, Band oder ein Netz, haben sie gemeinsam, dass sie aus stromleitenden Materialien bestehen. Der mit Draht durchzogene Leiter lässt den Stromimpuls durch das Tier abfließen. Denn erst durch die Berührung des Zauns und die gleichzeitige Erdung zum Boden schließt sich der Stromkreis und der Stromimpuls ist für das Tier spürbar.

Umso länger der Elektrozaun ist, umso besser funktioniert auch die Leitfähigkeit der Stahldrähte. Bei 2,5 mm starken Drähten ist sogar eine Länge von max. 120 km vorstellbar. Natürlich gilt es auch die Spannungsableitung ausreichend zu berücksichtigen.

Weidezaun für PferdeDie Zaunpfosten

Je nachdem, ob es sich um einen mobilen Elektrozaun oder einen stabilen Festzaun handelt, besitzen die Zaunpfähle unterschiedliche Eigenschaften.

Bei einem mobilen Weidezaun sind die Zaunpfähle für gewöhnlich aus Kunststoff, Stahl oder Fiberglas gefertigt. Sie sind ideal für Kleintiere, Schafe, Ziegen, Esel und Pferde. Jedoch immer in Abhängigkeit der gegebenen Umweltbedingungen sowie der Eigenheiten der jeweiligen Tiere.

Alternativ dazu gibt es Festzäune aus Holz, die eine Weide dauerhaft begrenzen. Für den Weidezaun-Pfahl stehen unterschiedliche Holzarten zur Verfügung, auf die wir in einem eigenen Beitrag genauer eingehen. Wichtig ist es, dass die Pfähle bei Festzäunen stabil im Boden verankert sind. Um der Witterung und dem Druck der Tiere Stand zu halten, empfiehlt es sich, die Pfosten mittels eines professionellen Rammservices in die Erde zu bringen. Bei der Montage helfen ein Drahtabwickler und Drahtabroller viel Zeit und Kraft zu sparen.

Die Weidezaun-Isolatoren

Weidezaun-Isolatoren haben die Aufgabe, dass das Leitermaterial nicht mit den Zaunpfählen in Berührung kommt und auf diese Weise der Strom in den Boden abfließt.

Für die optimale Isolierung ist ein hochwertiges Material der Isolatoren enorm wichtig. Deshalb ist unbedingt darauf zu achten und regelmäßig zu kontrollieren, dass äußere Einflussfaktoren wie die Witterung keine Schäden an den Isolatoren anrichten. Ausgestattet mit verschiedenen Gewinden gibt es sie je nach Bedarf in den unterschiedlichsten Ausführungen und Materialien, beispielsweise aus Kunststoff oder Keramik.

Warum ist ein Weidezaun nicht gefährlich?

Wie bereits erwähnt wirkt der Stromimpuls eines Weidezauns nicht länger als 0,1 bis 0,3 Tausendstel Sekunden. Die Stromstärke selbst ist auf 10 Milli-Ampère begrenzt. Bekommt ein Tier einen Stromschlag, ziehen sich dessen Muskeln kurz zusammen. Ist der Stromschlag vorbei, entspannen sie sich wieder.

Weidezaun für Esel

Erst wenn der Stromimpuls längere Zeit, also beispielsweise 2 Sekunden lang, wirkt, würden sich auch die Muskeln stark verkrampfen. Im schlimmsten Fall würde dies die Herz- und Lungenmuskulatur beeinträchtigen. Da der Stromimpuls jedoch nur von kurzer Dauer ist, ist er für Menschen und Weidetiere ungefährlich. Nichtsdestotrotz ist es wichtig, je nach Tierart die passende Stromstärke zu wählen.

Die VDE Bestimmungen beim Weidezaun

Der Verband deutscher Elektrotechniker hat in der VDE 0667 einige relevante Sicherheitsbestimmungen bezüglich der Planung und Montage eines elektrischen Weidezauns aufgeführt. So ist etwa die Verwendung von Stacheldraht untersagt, da die Verletzungsgefahr für Mensch und Tier am Zaun zu groß wäre. Auch die richtige Erdung in entsprechender Tiefe ist entscheidend für einen langanhaltend funktionierenden Weidezaun.

Der geerdete Elektrozaun muss sich mindestens 10 Meter von Häusern entfernt befinden. Des Weiteren enthalten die Bestimmungen wichtige Regelungen bezüglich des Kreuzens öffentlicher Wege und der Notwendigkeit von spannungsführenden Toren oder Zaunübertritten. Wir von ZAUNQ übernehmen als Ihr Zaunprofi die Klärung aller notwendigen rechtlichen Belange sowie die Berücksichtigung etwaiger Gefahrenbereiche und des Naturschutzes.

Der ideale Weidezaun – Wie hoch ist er?

Je nach Tierart sind die Anforderungen an einen Weidezaun sehr verschieden. Wir haben hier eine grobe Orientierung zur Anzahl der Elektrodrähte und deren optimaler Höhe zusammengestellt. Wie der elektrische Weidezaun für Rinder, Pferde oder Ziegen in der Praxis aussieht, ist jedoch von weiteren Faktoren abhängig. Dazu zählen die Art, Größe sowie das Geschlecht der Tiere; die Gefahrenzone, in der die Weide gelegen ist oder auch der Bewuchs.

Tierart Anzahl der Drähte/Bänder (empfohlen) Optimale Höhe
Weidezaun für Schafe 4 bis 5 90 cm
Weidezaun für Ziegen 4 bis 5 120 cm
Weidezaun für Pferde 2 bis 3 130 cm bis 160 cm
Weidezaun für Rinder 2 bis 3 85 cm bis 105 cm
Weidezaun für Geflügel Keine Drähte, sondern ein Netz 80 cm bis 120 cm

Die Vorteile elektrischer Weidezäune

Die Funktionsweise eines Elektrozauns ist folgende: An dem Weidezaun liegt kontinuierlich eine elektrische Spannung an. Der Stromkreis ist jedoch erst dann geschlossen, wenn das Tier mit dem Weidezaun in Kontakt kommt.

Ein auf Dauer angelegter Weidezaun bietet dabei viele Vorteile:

• leicht zu installieren
• einfach veränder- und erweiterbar
• minimales Verletzungsrisiko für Mensch und Tier
• beständige und nachhaltige Form der Abgrenzung von Weidetieren
• Berücksichtigung der Bedürfnisse von Tieren aller Art und Anpassung an die landschaftlichen Verhältnisse

Sie benötigen einen stabilen Festzaun für Ihre Tiere? ZAUNQ ist Ihr zuverlässiger Partner im Bereich Zaunbau. Egal ob Sie Nutztiere einzäunen möchten, einen Weidezaun für Naturschutzprojekte benötigen oder in einem Zoo oder Tierpark robuste Einzäunungen brauchen. Wir kümmern uns deutschlandweit um die sorgfältige Planung und reibungslose Umsetzung Ihres individuellen Zaunprojekts.

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