Förderung von Schutzzäunen und Weidezäunen

Immer mehr wird der Nutzen einer durchdachten Weidetierhaltung in Deutschland erkannt. Hinter Bezeichnungen wie „halboffener Weidelandschaft“ oder „Extensivweiden“ steht der Wunsch verschiedener Bundesländer und Naturschutzvereine, artenreiche Flächen vor der Verbuschung zu bewahren sowie Kulturlandschaften zu pflegen und zu erhalten. Für den Nutztierhalter stehen deshalb eine Reihe von Fördermöglichkeiten zur Verfügung, die ihn oder sie bei der Einrichtung entsprechender Weideflächen – auch in Naturschutzgebieten – unterstützen.

Doch es werden nicht nur Projekte gefördert, die zum Schutz des Grünlands beitragen. Durch den zunehmen Einzug des Wolfes in weite Teile Deutschlands wird die Errichtung von Schutzzäunen notwendig, um das Risiko auf Übergriffe durch Wölfe möglichst gering zu halten. Aber auch im Falle eines Schadens am Nutztier können Tierhalter nur dann Schadenansprüche geltend machen, wenn diese entsprechende Mindestanforderungen mit ihrem Weidezaun erfüllen.

Wir klären Sie im nachfolgenden über entsprechende Fördermöglichkeiten von Weide- und Schutzzäunen auf und veranschaulichen Ihnen, was es jeweils zu beachten gilt.

Einzäunung im Naturschutzgebiet

Eigentlich ist die Errichtung eines Weidezauns im Naturschutzgebiet nicht leicht umzusetzen. Erst recht, wenn es sich um einen Festzaun handelt. Das Bundesnaturschutzgesetz (BnatSchG) äußert sich dazu deutlich im §23 Naturschutzgebiete. Zusammengefasst ist in Naturschutzgebieten ein besonderer Schutz von Natur und Landschaft, entweder in ihrer Ganzheit oder in Teilen, erforderlich. Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung, Veränderung oder einer nachhaltigen Störung führen, sind verboten. Doch auch hier gilt: Kein Gesetz ohne Ausnahme.

Zum Teil sind diese Ausnahmeregelungen in den Landschaftsgesetzen der jeweiligen Bundesländer niedergeschrieben, wie etwa die Unberührtheitsklausel in dem Landschaftsgesetz NRW. Diese sagt hinsichtlich der Landwirtschaft aus, dass das Errichten ortsüblicher Weidezäune und Tierfanggatter durchaus erlaubt ist, sofern sie eine Höhe von 1,50 Metern nicht überschreiten und in ihrer Beschaffenheit der Norm entsprechen. Auch Förstern und Jägern steht im Rahmen dieser Klausel die Errichtung von Kulturzäunen bzw. Zäune zur Begrenzung von Wildschäden zu.

Förderung des Festzaunbaus zur Erhaltung ökologisch wertvoller Flächen

Doch wie bereits eingangs erwähnt, zeigen nun die Bundesländer selbst zunehmendes Interesse an Weidelandschaften und nehmen dafür auch Weidezäune in Kauf, die sich für großflächige Beweidungsverfahren eignen. Mehr noch wollen sie finanzielle Anreize schaffen, damit auf diese Weise die Bewirtschaftung und Erhaltung ökologisch wertvoller Flächen erleichtert bzw. gesichert wird.

Wer hier eine Fördermöglichkeit in Anspruch nehmen möchte, um sich so einen Teil der Kosten für einen festen Weidezaun erstatten zu lassen, sollte sich mit extensiver Weidenutzung bzw. halboffenen Weidelandschaften auseinandersetzen.

Was versteht man unter extensiver Weidenutzung und halboffenen Weidelandschaften?

Im Vordergrund steht der Erhalt und die Schaffung von großflächigem Grünland sowie die Erhöhung der Artenvielfalt. Entscheidend bei dieser From der Weidehaltung ist, dass die Besatzdichte vergleichsweise gering ausfällt. Das heißt konkret, auf einen Hektar Fläche kommen lediglich 0,3 bis 0,8 Großtiere, z.B. Pferde oder Rinder, aber auch Esel oder Schafe. Auf diese Weise wird die Verbuschung wirkungsvoll verhindert, ohne dass die Vegetation darunter leidet.

Durch die vielfältigen Strukturen, die zwangsläufig durch die Anwesenheit der Tiere entstehen, finden sehr viele Kleinstlebewesen und Pflanzen eine neue Heimat. Mit dieser Weideform wird also eine naturnahe, ganzjährige Weidenutzung angestrebt, die die Bioversität der Landschaft fördert.

Förderung des Weidezaunbaus durch Bundesländer

Leider gibt es noch keine einheitliche Förderung, die deutschlandweit greift. Im Augenblick hat fast jedes Bundesland ein eigenes Programm, das zur ländlichen Entwicklung beitragen soll und über das eine Fördermöglichkeit für Zaunbau und Weidelogistik besteht. Ein paar wichtige seien jedoch genannt:

Niedersachsen bietet ein Programm mit dem Namen „Grünland schützen – Weidetierhaltung fördern“. Die Grünlandförderung wird mithilfe millionenschwerer EU-Gelder finanziert und möchte Impulse für Landwirtschaft und Naturschutz setzen.

Auch Bayern bietet mit seinem Kulturlandschaftsprogramm (KULAP) Ausgleichszahlungen für umweltschonende Bewirtschaftungsmaßnahmen. Konkret werden Maßnahmen gefördert, die dem Klima-, Boden- oder Wasserschutz sowie der Biodiversität oder der Kulturlandschaft zuträglich sind. Hierbei sind, je nach geförderter Maßnahme, Zuschüsse von bis zu mehreren Hundert Euros pro Hektar möglich. Auf diese Weise lässt sich das Fördergeld auch in die Einrichtung von Weideflächen und neuen Zaunsystemen investieren.

Als drittes Bundesland sei Rheinland-Pfalz genannt, das mit seinen Vertragsnaturschutzprogrammen „Artenreiches Grünland“ sowie „Mähwiesen und Weiden“ ebenfalls attraktive Anreize zur extensiven Weidenutzung schafft und Mittel für Zaunbau und Weidelogistik bereitstellt.

Obwohl die Förderprogramme gute Triebfedern darstellen, um selbst mehr in den Weidezaunbau zu investieren, gibt es dennoch starke Differenzen in den Fördersätzen der Bundesländer. Auch wird die Schaf- und Ziegenbeweidung nur von manchen Bundesländern höher gefördert, obwohl diese aufwendiger und demzufolge auch teurer ist als die Rind- und Pferdebeweidung.

Förderung von Schutzzäunen zur Wolfabwehr

Inzwischen werden auf Bundesebene mehr als 46 Wolfsrudel sowie diverse Einzeltiere gezählt (Stand: Februar 2017). Damit streifen bereits über 300 Wölfe durch Deutschlands Wälder. Ein weiterer Anstieg der Wolfspopulation gilt als sehr wahrscheinlich. Umso wichtiger ist es, dass sich Weidetierhalter aus sogenannten „Wolfsgebieten“ intensiv mit Schutzzäunen zur Wolfsabwehr auseinandersetzen und entsprechende Fördermöglichkeiten zum Herdenschutz wahrnehmen.

Warum ist ein Schutzzaun gegen Wölfe notwendig?

Prinzipiell ernährt sich der Wolf von Schalenwild, Schwarzwild und Niederwild. Es ist jedoch nicht von der Hand zu weisen, dass Wölfe einfach zu jagende Beutetiere bevorzugen, wenn sich Ihnen die Möglichkeit bietet. Dann geraten auch unzureichend geschützte Nutztiere in den Fokus. Neben Ziegen und Schafen sollen selbst ausgewachsene Rinder bereits dem Wolf zum Opfer gefallen sein.

Ein fester Schutzzaun minimiert, aufgrund seiner speziellen Bauweise, das Risiko von Übergriffen auf Nutztierherden erheblich. Insbesondere in Gebieten, in denen sich Wölfe neu etablieren, sind Nutztierhalter darauf angewiesen, sich zügig auf die neue Situation einzustellen. Denn sollten Schäden am Tierbestand auftreten, bei denen der Wolf als Verursacher nicht ausgeschlossen werden kann, ist ein Schutzzaun, der entsprechende Mindestanforderungen erfüllt, die Voraussetzung für Schadensausgleichsansprüche.

Diese Bundesländer fördern den Bau von Schutzzäunen

In den meisten Bundesländern sind Managementpläne für den Wolf vorhanden. Die Förderung von Schutz-Maßnahmen gegen Wölfe unterscheidet sich jedoch von Freistaat zu Freistaat mitunter erheblich in der Anwendbarkeit und Höhe der Fördersätze.

Doch so viel ist gewiss: Tierhalter, die sich für die Errichtung von wolfssicheren Zäunungen finanziell entschädigen lassen möchten, haben bei den Bundesländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein gute Aussichten, einen Großteil ihrer Ausgaben (zwischen 60 % und 100 %) erstattet zu bekommen.

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