Halboffene Weidelandschaften – Weidezäune im Naturschutzgebiet

Die Wildnis kehrt langsam ins Landschaftsbild von Deutschland zurück – zumindest teilweise. Denn immer mehr Kommunen, Gemeinden und nicht zuletzt Tierhalter schätzen den Mehrwert von halboffenen Weidelandschaften. Der Sinn und Zweck von großflächig extensiven Weidesystemen ist es, mit möglichst geringem Aufwand attraktive Lebensräume für eine Vielfalt an Tier- und Pflanzenarten zu schaffen. Die ganzjährige Beweidung durch Robustrassen wird bereits erfolgreich in unseren europäischen Nachbarländern betrieben und gewinnt nun in Deutschland mehr und mehr an Bedeutung. Wir von ZAUNQ möchten Ihnen das Konzept von Halboffenen Weidelandschaften vorstellen und zeigen, worauf Sie bei der Umsetzung des Weidezauns achten sollten.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Das Konzept von halboffenen Weidelandschaften
  2. Welche Gründe sprechen für extensive Weidesysteme in Deutschland?
  3. Kommen extensiv genutzte Weidelandschaften für Sie in Frage?
  4. Welche Weidetiere können angesiedelt werden?
  5. Welche Anforderungen stellt die Halboffene Weidelandschaft an den Weidezaun?
  6. Chancen, die sich aus Wilden Weiden für Ihre Region ergeben

 

Robuste Pferderassen können auf extensiven Weiden gehalten werden

Das Konzept von halboffenen Weidelandschaften

Im Grunde stellen extensiv bewirtschaftete Weidelandschaften eine der ursprünglichsten Formen der Landschaftsnutzung dar. Durch die ganzjährige Beweidung werden großflächige Landschaften gepflegt und zugleich zahlreichen Tieren und Pflanzen als neuer Lebensraum zugänglich gemacht. Halboffene Weidelandschaften werden mit verschiedensten Weidetierarten bewirtschaftet. Sie sollten lediglich robust genug sein, um auch die kalten Monate im Freien zu überstehen. Denn vor allem im Winter ist der Einfluss der Weidetiere auf die Landschaftsgestaltung enorm. In der kalten Jahreszeit werden Nahrungsreserven genutzt, die während der Sommermonate verschmäht blieben. Durch den Verbiss der Gehölze und die Reduzierung der Triebe wirken die Tiere effizient einer Verbuschung der Landschaft entgegen. Dabei ist es von Vorteil, dass bestimmte Bereiche der Weide stärker genutzt werden als andere. Im Sommer beispielsweise dienen Pfützen auf stark beanspruchten Trampelpfaden Insekten als Brutstätte, die wiederum bei der Etablierung eines naturnahen Ökosystems helfen.

Zwar können Sie die Nutzung der Flächen durch die Tiere mithilfe gezielter Abzäunungen beeinflussen.

Der Grundgedanke ist jedoch, dass Sie die Weidetiere entscheiden lassen, welche Bereiche der Weide sie intensiver oder eben auch extensiver verwenden möchten.

Die Entscheidung für eine solche Beweidungsart hat dabei keineswegs nur wirtschaftliche Gründe. Insbesondere aus der Sicht des Naturschutzes erhalten Sie durch extensiv beweidete Flächen artenreiche Heiden, Wiesen und andere wertvolle Grünlandflächen als Lebensraum.

Welche Gründe sprechen für extensive Weidesysteme in Deutschland?

Natürlich reichen Gründe zugunsten des Naturschutzes allein nicht aus, um diese spezielle Form der Weidenutzung mancherorts in die Tat umzusetzen. Doch ergeben auch aus wirtschaftlicher Perspektive extensive Weidesysteme überaus Sinn. Die wichtigsten Argumente, die für halboffene Weidelandschaften sprechen, haben wir nachfolgend für Sie zusammengestellt.

Gründe, die für halboffene Weidelandschaften sprechen:

  • durch die Nutzung von extensiven Weidelandschaften wirken Sie dem Verlust von Artenvielfalt und Strukturen in der Natur aktiv entgegen
  • Die bisher konventionelle Bewirtschaftung von Offenland, beispielsweise durch Mahd oder Entkusselung, ist vielerorts nicht mehr finanzierbar; ebenso ist ein weiterer Rücklauf der EU-Agrarsubventionen absehbar
  • Halboffene Weidelandschaften existieren nicht nur im Rahmen von Naturschutzprojekten, sondern können auch als Ausgleichsmaßnahmen gewertet oder zur Arrondierung von Pachtflächen genutzt werden
  • Die Kosten für Pflege und Versorgung der Tiere reduzieren sich auf ein Minimum
  • Die Weideflächen können weiterhin flexibel verwendet werden: Egal ob zeitweilige intensive Beweidung, zeitweilige Beweidung mit anderen Weidetierarten oder Pflege der Landschaft durch gezielte Entbuschung oder Mahd

Vergessen Sie nicht, dass sich mit dem Erlös verkaufter Weidetiere ebenfalls Einnahmen erzielen lassen, die in die extensive Weidehaltung oder anderweitig investiert werden können.

Kommen extensiv genutzte Weidelandschaften für Sie in Frage?

Selbstverständlich ist der Schritt hin zu Halboffenen Weidelandschaften sehr groß. Demzufolge möchte er gut durchdacht und geplant sein. Gewiss fragen Sie sich, welche Kosten auf Sie zukommen oder welche Bedingungen eine solche Haltungsform allein schon strukturell und geographisch voraussetzt. Hierzu möchten wir Ihnen gern einige Anregungen geben.
Zunächst möchten wir aufzeigen, welche Voraussetzungen Sie für die Beweidungsform erfüllen müssen.

Sie benötigen:

  • große, geschlossene Flächen zur Beweidung, am besten mit natürlicher Wasserversorgung, jedoch nicht zwingend notwendig
  • einen zuverlässigen Träger des Projektes
  • eine genaue Vorstellung, welchen Nutzen die Weidelandschaft in Ihrem speziellen Fall erfüllen soll und auf welche Weise langfristig Einnahmen erzeugt werden
  • Zu Beginn ein vernünftiges Startkapital, mit dem sich der Zaunbau, die Infrastruktur wie auch die Beschaffung der Weidetiere finanzieren lässt
  • Verantwortliche, die die Flächenentwicklung dokumentieren, um so den Nutzen der Weideform zu belegen


Einnahmen können Sie unter anderem erzielen durch:

  • Flächenprämien aus dem Vertragsnaturschutz
  • die Zucht und den Weiterverkauf der Weidetiere
  • Fleischverkauf über möglichst regionale Händler
  • Touristen, denen ein attraktives Ausflugsziel geboten wird

Neben den anfänglichen Investitionen und möglichen Einnahmequellen haben Sie selbstverständlich laufende Kosten zu decken. Dazu gehören Ausgaben für Arbeitskräfte, die jedoch vergleichsweise minimal ausfallen, Versicherungsbeiträge sowie die medizinische Versorgung Ihrer Weidetiere. Auch die Schlachtung der Tiere und nicht zuletzt die Vermarktung Ihres Weidekonzepts beanspruchen Geld. Jedoch bei Weitem nicht so viel, wie bei der konventionellen Tierhaltung oder traditionellen Bewirtschaftung von landwirtschaftlichen Großflächen.

Um Ihnen ein möglichst umfassendes Bild dieser besonderen Form der Beweidung zu bieten, möchten wir aber auch mögliche Probleme nicht vorenthalten.

So kann beispielsweise die Gesetzesgrundlage eine strikte Trennung von Offenland bzw. Weide und Wald vorsehen. Auch die regelmäßig stattfindenden Veterinär-Untersuchungen können bei allzu scheuen Weidetieren schnell zum Problem werden, wenn diese nicht an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt sind. Nicht zuletzt besteht nach wie vor das Risiko, dass die beweidete Fläche trotz aller Bemühungen dennoch verwildert. Da sich jedoch bereits in Dänemark, Niederlanden, Belgien und Teilen Deutschlands erfolgreich genutzte extensive Weidesysteme befinden, ist der Erfahrungsschatz groß und eine bedarfsgerechte Beweidung von Anfang an möglich.

Welche Weidetiere können angesiedelt werden?

Es gibt eine Reihe von Weidetierrassen, die sich durch ihre Robustheit sehr für die ganzjährige Beweidung eignen. Neben landwirtschaftlichen Nutztieren können auch Wildtiere eingesetzt werden. Rassen, mit denen bereits positive Erfahrungen gemacht wurden, haben wir hier zusammengefasst:

Landwirtschaftliche Nutztiere:

  • Rinder: Highland-Rind, Galloway-Rind, Aubrac-Rind, Schottisches Hochland-Rind
  • Pferde: Shetland-Pony, Island-Pferd, Fjord-Pferd, Konik-Pferd, Exmoor-Pony
  • Schafe und Ziegen wie Burenziegen


Wildtiere Rot- und Schwarzwild:

  • Rothirsch
  • Damhirsch
  • Reh
  • Elch
  • Wisent

Unabdingbar für das Projekt ist jedoch, dass die Anzahl der Tiere, also die sogenannte Besatzdichte, dem Futterangebot angepasst ist. Dafür werden der zur Verfügung stehende Biomoassevorrat sowie dessen Anteil an Süßgrasanteil gemessen. Je nach Rasse ist eine Zufütterung im Winter mal mehr, mal weniger notwendig.

Generell sollten heimische, gefährdete Haustierrassen bevorzugt werden. Auf diese Weise hätten seltene Rassen wie das Wisent die Möglichkeit, in Deutschland erneut heimisch zu werden. Auch Multi-Spezies-Systeme, also die Haltung von mehreren unterschiedlichen Tierrassen auf einer extensiven Weide, werden bei der Halboffenen Weidetierhaltung ausdrücklich begrüßt.

Halboffene Weidelandschaften eignen sich auch für Ziegen

Welche Anforderungen stellt die Halboffene Weidelandschaft an den Weidezaun?

Wir von ZAUNQ – Die Festzaunprofis – waren bereits an vielen Naturschutzprojekten beteiligt und haben die „Wilden Weiden“ umzäunt. Grundsätzlich wird für extensive Weidesysteme ein fester stationärer Zaun benötigt. Ob eine Elektrifizierung notwendig ist, hängt vor allem von der Tierart ab. Rinder und Pferde benötigen beispielsweise einen Elektrozaun, während z.B. Ziegen durch ihre Fähigkeit zu Klettern besondere Ansprüche an die Bauart des Zaunes stellen. Immer mehr bauen wir feste Zäune mit Tornado, einem hochfesten Stahl-Wildzaun mit einem speziellen Knoten, der sehr fest gespannt wird, wobei dann kein Strom notwendig ist.

Unserer Erfahrung nach hat sich Robinie als Weidezaun Holzart besonders bewährt, da sie widerstandsfähig, robust und über viele Jahre hinweg unbeschädigt bleibt.

Bis der eigentliche Weidezaun umgesetzt wird, bedarf es einer genauen Planung. Bevor die eigentlichen Baumaßnahmen stattfinden, müssen zunächst die Grenzen der „Wilden Weide“ festgelegt werden. Darin einbezogen werden mögliche Gefahrenbereiche und Landschaftselemente wie Gräben, Wälder oder Gewässer, die den Zaunbau zusätzlich beeinflussen. Auch müssen Sie bereits im Vorfeld nach Möglichkeiten zum Anschluss von Wasser und Netzstrom vor Ort suchen. Nicht zuletzt sind die naturschutzrechtlichen Rahmenbedingungen sowie Richtlinien zum Wasserschutz in die Vorüberlegungen einzubeziehen.

Erst wenn die grundlegenden Rahmenbedingungen geklärt sind, wenden Sie sich an einen Profi für Festzäune. Dieser führt mit Ihnen eine Vor-Ort-Besprechung durch und erstellt Ihnen ein Angebot. Sind Sie mit diesem einverstanden, geht es an die eigentliche Umsetzung des Weidezauns. Nachdem ein Termin festgelegt und sich auf die Materialart geeinigt wurde, setzt Ihr Weidezaun-Fachmann den vereinbarten Zaun in die Tat um. Bevor der Zaun schließlich abgenommen und von der Bauleitung freigegeben wurde, werden die Zaungeräte installiert sowie ein Blitzschutz laut VDE angebracht.

Chancen, die sich aus Wilden Weiden für Ihre Region ergeben

Ohne Zweifel handelt es sich bei der Etablierung von Halboffenen Weidelandschaften um ein Projekt, das eine intensive Vorbereitung und gewissenhafte Umsetzung verlangt. Wir konnten allerdings die Erfahrung machen, dass sich der Aufwand lohnt und nicht zuletzt die Region selbst von dieser besonderen Weideform profitiert.

Folgende Chancen ergeben sich für die Region:

  • Sie fördern offene Landschaften und Lebensräume für unzählige Tier- und Pflanzenarten
  • Sie leisten einen wichtigen Beitrag für den Naturschutz und die Biodiversität
  • Die Landwirtschaft profitiert von Umweltsystemen mit weitgehend ausgeglichenen Nährstoffbilanzen
  • Für den Tourismus werden Landschaften mit hohem Erholungswert geschaffen

Alles in allem entwickelt die extensive Weidehaltung dynamische sowie hochwertige strukturreiche Flächen, die vor allem lokalen Tier- und Pflanzenpopulationen zugutekommen.

Haben Sie Interesse an dem Konzept „Halboffene Weidelandschaft“ beziehungsweise „Extensiver Weidenutzung“, ist ZAUNQ – Die Festzaunprofis – Ihr Ansprechpartner.

Anhand unserer Referenzen im Zaunbau können Sie erkennen, dass wir bereits Festzäune für zahlreiche Weiden und Gehege in Naturlandschaften errichtet haben. Gerne informieren wir Sie zu den Besonderheiten hinsichtlich des Zaunbaus bei Halboffenen Weidelandschaften und unterbreiten Ihnen auf Wunsch ein unverbindliches Angebot. Rufen Sie uns noch heute an oder schreiben Sie uns über unser Online-Kontaktformular. Wir werden uns umgehend bei Ihnen melden.


Weiterführende Informationen:

„Wilde Weiden“ – Praxisleitfaden für Ganzjahresbeweidung in Naturschutz und Landschaftsentwicklung – PDF
„Halboffene Weidelandschaften“ – Bundeamt für Naturschutz